Beregnen
|
|
Beim Beregnen des Rasens wird ausreichend Wasser auf den Sportplatz gebracht. Neben
dem Dünger stellt das Wasser den wichtigsten Faktor für den Rasenplatz dar. Daher
kommt einer richtigen Beregnung höchste Bedeutung zu. Fehler beim Beregnen gehen
sowohl zu Lasten des Rasenplatzes wie auch des Platzbetreibers, wenn unnötig zuviel
Wasser verbraucht wird. Das Wasser wird im allgemeinen am besten mit einer automatischen
Beregnungsanlage auf den Rasen aufgebracht.
|
|
Wann wird beregnet?
Die beginnende Rasenwelke, die allerdings sehr schnell und schnell fortschreitend
einsetzen kann, ist das Signal für die Beregnung eines Platzes. Bei der Rasenwelke
weist die Rasendecke dunklere, bläulich-grüne Flecken auf. Zumeist sind dort die
Rasenblätter eingerollt. Das Wasser sollte ausschließlich am Abend oder in der Nacht
ausgebracht werden.
|
nach oben
|
|
Wie oft soll beregnet werden?
Die Intensität der Beregnung hängt ab vom Aufbau des Spielfeldes und der Bauweise.
In der Regel sollte ein Rasenplatz alle vier bis zehn Tage vollständig und durchdringend
mit Wasser versorgt werden. Der Beregnungsabstand steht in Zusammenhang mit der
jeweiligen Tagestemperatur (siehe Tabelle).
Tages höchsttemperatur
°C
|
Täglicher Wasserverbrauch (Verdunstung)
ca. l/qm
|
Beregnungsabstand bei 20-25 l/qm Wassergabe
Tage
|
|
über 30° |
über 5 l |
ungefähr 5 Tage |
|
25-30° |
3 - 4 l |
6 - 7 Tage |
|
20-25° |
2 - 3 l |
7 - 9 Tage |
|
unter 20° |
weniger als 2 l |
mehr als 10 Tage, falls überhaupt |
|
nach oben
|
|
Welche Wassermengen sind ratsam?
|
|
In Trockenperioden sollten bei einer Beregnung ca. 20 - 30 Liter Wasser je Quadratmeter
verabreicht werden, bei einem zeitlichen Abstand zwischen zwei Beregnungen von etwa
einer Woche. Das entspricht einer Gesamtmenge von ca. 150 cbm pro Woche. Die Bewässerung
soll eine Durchfeuchtung bis unter den Hauptwurzelbereich (also deutlich tiefer
als 10 cm) bewirken. Die sicherste Methode der Kontrolle ist die Spatenprobe. Sollten
so große Wassermengen nicht auf einmal vorrätig sein, ist zunächst die Konzentration
auf Teilbereiche des Platzes ratsam. Die ausreichende Beregnung kann dann für alle
Teilbereiche nacheinander erfolgen.
|
Spatenprobe
|
nach oben
|
|
Welche Fehler werden oft gemacht?
Zu häufiges Beregnen mit zu wenig Wasser
Folge: Das Wasser erreicht nur die oberste Vegetationsschicht, nur den Filzbereich.
Wurzeln bilden sich nur dort aus. Bei einer Trockenperiode verdunstet das Wasser
zu schnell, und es treten Schäden in diesem Bereich auf. Auch die Scherfestigkeit
nimmt sehr stark ab. Man muss danach öfter beregnen, der Wasserverbrauch steigt
unverhältnismäßig.
|
|
Bewässern überwiegend am Tage
Folge: Die Gefahr eines Kälteschocks für die Pflanzen droht, da das Wasser
meist deutlich kälter ist als Luft und Boden. Eine kontinuierliche Bodenerwärmung
wird verhindert, was in der Hauptwachstumsphase mit der starken Beeinträchtigung
des Bodenlebens einhergeht. Außerdem verdunstet sehr viel Wasser.
Zuviel Wasser wird aufgebracht
Folge: Übermäßig viel Wasser bewirkt einen weichen und morastigen Rasen mit
wenig Stabilität und geringer Scherfestigkeit. Außerdem werden Wachstum und Verbreitung
der jährigen Rispe (poa annua) und eine hohe Anfälligkeit für Schneeschimmel begünstigt.
Beregnung nur tagsüber
Folge: Zu Kälteschock und mangelnder Bodenerwärmung (s. o.) kommt noch eine
unnötige Belastung des zumeist ohnehin stark in Anspruch genommenen Wasser-Versorgungsnetzes
hinzu.
|
nach oben
|
|
Was ist noch zu beachten?
- Natürliche Niederschläge müssen bei der Beregnung berücksichtigt werden (Regenmesser
verwenden).
- Die insgesamt notwendige Wassermenge beim Beregnen sollte in zwei aufeinanderfolgenden
Beregnungsgängen innerhalb einer Nacht aufgebracht werden.
- Ein Regenwagen kann nicht annähernd ein Ersatz für eine Beregnungsanlage sein.
|
nach oben
|